Reprojekt GmbH

Ratgeber

Blitzschutzmessung an Windenergieanlagen

DAkkS akkreditiert
Akkreditierte Inspektionsstelle Typ C D-IS-21697-01-00
Sachverständige seit 2013
Windenergieanlagen-Experte

Windenergieanlagen sind aufgrund ihrer exponierten Lage besonders blitzgefährdet. Eine elektrische Messung des Blitzschutzsystems kann wichtige Hinweise auf den Anlagenzustand geben — ob und wann sie sinnvoll ist, hängt von Anlage, Standort und Betreiberzielen ab. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen Sichtprüfung und elektrischer Blitzschutzmessung?

Bei der Sichtprüfung werden Blitzrezeptoren, Ableitungen und Verbindungspunkte visuell auf Schäden, Korrosion oder Verschleiß untersucht — sie ist Teil der wiederkehrenden Prüfung (WKP). Die elektrische Messung geht weiter: Dabei werden Erdungswiderstand und Ableitwiderstände messtechnisch erfasst und mit Sollwerten verglichen. Nur die Messung liefert ein normkonformes Prüfprotokoll nach DIN EN 62305.

Welche Grenzwerte gelten bei der Blitzschutzmessung an WEA?

Maßgeblich ist die DIN EN 62305 (VDE 0185-305): Der Erdungswiderstand soll typischerweise unter 10 Ω liegen (IEC 61400-24). Die Ableitwiderstände an Rotorblättern richten sich nach den Herstellervorgaben — üblich sind Werte im Bereich 0,5 bis 2 Ω pro Blattsegment. Überschreitungen weisen auf Unterbrechungen im Ableitersystem hin und müssen zeitnah behoben werden.

Wann lohnt sich eine Blitzschutzmessung auch ohne Versicherungspflicht?

Eine Messung ist besonders sinnvoll nach einem nachgewiesenen Blitzeinschlag, vor dem Anlagenverkauf oder einer Refinanzierung, wenn die letzte Prüfung länger als 4 Jahre zurückliegt oder wenn der Betreiber erhöhte Ausfallkosten durch ungeplante Reparaturen vermeiden möchte. Sie schützt rechtlich und gibt Planungssicherheit — auch ohne formale Verpflichtung.

Wie läuft eine Blitzschutzmessung vor Ort ab?

Die Messung erfolgt im Stillstand der Anlage. Je nach Anlagentyp dauert eine vollständige Messung 2 bis 4 Stunden. Vor Ort werden Erdungsanlage, Ableitungen und Rotorblätter messtechnisch erfasst. Der Betreiber sollte die Anlage für die Messdauer abschalten und die Zugangsdokumentation bereithalten. Reprojekt stellt alle erforderlichen Messgeräte und erstellt das Prüfprotokoll.

Was enthält das Blitzschutzmessprotokoll und für wen ist es gedacht?

Das Protokoll dokumentiert alle Messpunkte mit Messwerten, bewertet die Anlage gemäß DIN EN 62305-3 und VDE 0185-305, benennt Mängel und gibt Handlungsempfehlungen. Es richtet sich an Betreiber, Versicherungen und Genehmigungsbehörden. Als Nachweis einer normkonformen Prüfung kann es im Schadensfall entscheidend sein.

Kann die Blitzschutzmessung separat oder nur zusammen mit der WKP beauftragt werden?

Beides ist möglich. Reprojekt führt die Blitzschutzmessung wahlweise als Ergänzung zur wiederkehrenden Prüfung (WKP) oder als eigenständige Einzelleistung durch. Bei kombinierter Beauftragung entstehen Synergien durch gemeinsame Anfahrt und Anlagenstillstand.

Was tun nach einem Blitzeinschlag?

Nach einem Blitzeinschlag sollte die Anlage umgehend abgeschaltet und vor Wiederinbetriebnahme geprüft werden. Neben der Sichtprüfung auf Rotorblattschäden (idealerweise per Drohne) empfiehlt sich eine vollständige elektrische Blitzschutzmessung — auch um gegenüber der Versicherung den Anlagenzustand nachzuweisen. Reprojekt koordiniert beides aus einer Hand.

Führt Reprojekt die Blitzschutzmessung durch?

Ja. Als DAkkS-akkreditierte Inspektionsstelle Typ C (D-IS-21697-01-00) führen wir die Blitzschutzmessung durch und stellen ein normkonformes Prüfprotokoll aus. Sie kann auf Wunsch als Ergänzung zur WKP oder als separate Einzelleistung beauftragt werden.

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